Den Übergang in die 4. Klasse gestalten und begleiten durch das Konfrontative Sozial-Kompetenz-Training (KSK®).

Von der jahrgangsübergreifenden Klasse 1/2/3 in die altershomogene Klasse 4

„Plötzlich sind fast alle gleich alt und ich vergleiche mich mit den anderen“

In den jahrgangshomogenen Klassen steht oft nicht der eigene Lernfortschritt im Mittelpunkt, sondern der Vergleich mit der Durchschnittsleistung der anderen. Dies kann zu Konkurrenz, Leistungsdruck und einem Verlust an Selbstvertrauen führen. Deshalb ist es unserer Meinung nach wichtig bei der „Rollenfindung“ in den neuen Klassen behilflich zu sein. Zum gemeinsamen Lernen gehört auch unseren Kindern die Grundwerte des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu vermitteln.

Denn sozial kompetente Schüler*innen übernehmen Verantwortung in ihrer Klasse und in ihrer Schule und in ihrem späteren Leben.

Bei dem Konfrontativen Sozial-Kompetenz-Training (KSK®) handelt es sich um ein verhaltensorientiertes Trainingsprogramm mit konfrontativen Ansatz.

Die Ziele des Konfrontativen Sozial-Kompetenz-Training (KSK®) sind, dass die Kinder:

  1. sich der Verantwortung für das eigene Denken und Handeln bewusst werden
  2. ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen stärken
  3. die (Spiel-)Regeln, die in Schule herrschen, verstehen
  4. die eigene Rolle in der Schule realistisch einschätzen
  5. eine soziale Rolle einnehmen können,
  6. kommunikative Grundfertigkeiten einüben, um mit Konflikten und schwierigen Situationen anders als mit Aggression oder Rückzug fertig zu werden

Ablauf eines Konfrontativen Sozial-Kompetenz-Training (KSK®-Training)

Ablauf

Das KSK®-Training läuft immer nach einer gleichbleibenden Struktur ab. Dies fördert bei Schüler*innen die Verhaltenssicherheit und trägt zur Vertrauensentwicklung in die Trainerinnen bei. In jeder Trainingsstunde zeigen die Kinder durch Signalkarten ihre Stimmungslage an (grün = mir geht es gut, gelb = mir geht es mittelmäßig und rot = mir geht es schlecht). Zeigt ein Teilnehmer die rote Karte, so wird von den Trainerinnen auf das aktuelle Problem eingegangen. Danach benennen die Teilnehmer alle im „Trainingsvertrag“ vereinbarte Gruppenregeln. Es kann eine Aufwärmübung („Warming Up“) folgen, welche nicht länger als 10 Minuten dauern sollte und zu den Teilnehmern gut passt. Das „Warming Up“ hat zum Ziel, die Teilnehmer aufzulockern, die Gruppe in Bewegung zu bringen oder sie aus dem Alltag zu holen. Danach folgt die Bearbeitung eines Trainingsmoduls zu verschiedenen Themen. (z.B. Gefühle, Ausgrenzung, Vorurteile, Konflikte etc...). Durch Übungen wie z.B. Rollenspiele, theaterpädagogische- und - soziometrische Übungen oder Kommunikations- und Wahrnehmungsübungen treten die Gruppe oder einzelne Teilnehmer in Aktion, mit dem Ziel sich selber wahrzunehmen oder durch die Fremdwahrnehmung der anderen gespiegelt zu werden. Die Schüler lernen durch die Übungen die Perspektive zu wechseln, sich in andere hineinzuversetzen, alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, sich gegenseitig zu akzeptieren etc...

 

Die Methoden des KSK®-Training:

„Die vier Level der Konfrontation“ (Verhaltensregeln)

Um pro-soziale Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen aufzubauen benötigt die Gruppe klare vereinbarte Regeln und klare Konsequenzen bei Regelverstößen. Die Gruppe kann mit Hilfe der Methode „Regelsalat“ ihre Gruppenregeln erarbeiten. Diese werden in einem „Trainingsvertrag“ unterschrieben (auch von Eltern). Der „Trainingsvertrag“ berechtigt die Konfrontation bei Regelverstößen, weil jeder Teilnehmer unterschrieben hat, dass die Trainerin gemäß den „Vier Level der Konfrontation“ berechtig ist, darauf zu reagieren und zu konfrontieren. Verstößt ein Teilnehmer gegen die Regel wird er mit seinem Fehlverhalten in vier Phasen konfrontiert. Nach der vierten Störung, also im „vierten Level der Konfrontation“, muss der Teilnehmer die Trainingsstunde verlassen und mit Hilfe der Trainerin sich schriftlich mit dem Regelverstoß auseinandersetzen und bis zur nächsten Trainingsstunde einen „Rückkehrplan“ erarbeiten, welchen er der Gruppe beim nächsten Training vorstellen muss. Bei der Konfrontation werden Bestandteile der „Konfrontativen Gesprächsführung“ genutzt, um sich nicht in einen Machtkampf einzulassen. In dem konfrontativen Frageprozess werden dem Schüler folgende Fragen gestellt:

„Was machst du gerade?“

„Gegen welche Regel verstößt du?“

„Was passiert, wenn du gegen die Regel verstößt?“

„Möchtest du weiter stören oder es sein lassen? Du kannst dich jetzt entscheiden!“

„Wenn du wieder störst, was passiert dann?“

Damit zeige ich dem Schüler, dass ich sehe was er macht und erinnere ihn an die Vereinbarungen im Trainingsvertrag.

Die „vier Level der Konfrontation“ können zu besseren Selbststeuerung und Selbstkontrolle bei Kindern führen.