JÜL - Jahrgangsübergreifendes Lernen

In unseren JÜL-Klassen lernen Kinder unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Lernvoraussetzungen von der ersten bis zur dritten Klasse gemeinsam. Jede Klasse wird von zwei KlassenlehrerInnen geleitet und einer Gruppenerzieherin / einem Gruppenerzieher unterstützt. Jeweils drei JÜL-Klassen arbeiten eng zusammen. Vier Stunden pro Woche erhalten die Kinder jahrgangsspezifischen Unterricht, zwei Stunden im Fach Deutsch und zwei Stunden im Fach Mathematik.
Regelmäßige Ausflüge – beispielsweise in die Gartenarbeitsschule, zum Telux, ins FEZ oder ins Theater – gehören in unseren Schulalltag. 
Damit auch schon die jüngeren Kinder gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien kennen lernen, ist der wöchentlich stattfinde Klassenrat ein fester Bestandteil im Stundenplan.


Warum JÜL?
Die Jahrgangsmischung fördert soziales Lernen und erleichtert den Kindern den Einstieg ins Schulleben.Vom ersten Tag an haben die Erstklässler/innen Kinder zur Seite, die sich im Schulalltag schon gut auskennen. Im Unterricht und in den Pausen zeigen die „Großen“ den Schulanfängern wichtige Dinge und helfen ihnen: Wie hefte ich ein Blatt ein? Wie schreibe ich mir die Hausaufgaben auf? Wo und was kann ich in der Pause spielen? Im Unterricht, im Erzählkreis und im Klassenrat sind die älteren Kinder ein wichtiges Vorbild. Bei Partner- und Gruppenarbeiten können die Leser/innen den Kindern, die noch nicht lesen können, Texte vorlesen. Bei Ausflügen passen auch die großen Kinder mit auf die kleineren auf.
Doch nicht nur im ersten Schuljahr können Kinder von der Jahrgangsmischung profitieren: Als großes Kind bin ich stolz, dass ich Verantwortung übernehmen darf. Auch Kinder, die im Vergleich zu den Kindern der gleichen Klassenstufe nicht zu den Besten gehören, können Kleineren etwas erklären, zeigen oder vorlesen. So bekommen auch sie die Rückmeldung, dass sie schon viel gelernt haben.
Das Schulgesetz erlaubt Kindern, die Schulanfangsphase (1./2. Klasse) in einem, zwei oder drei Jahren zu durchlaufen. Kinder, die zum Beispiel mit geringen Deutschkenntnissen in die Schule kommen oder noch sehr jung oder sehr verspielt sind, können mehr Zeit bekommen, um sich für die weitere Schulzeit eine stabile Grundlage zu erarbeiten. Dabei müssen sie nicht die Klasse wechseln und können kontinuierlich in ihrem individuellen Tempo ihren Lernweg gehen.


Wie organisieren wir den Unterricht?
Die Kinder arbeiten mit einem Wochenplan. Dieser Plan ist auf jedes Kind individuell zugeschnitten. Es gibt schriftliche Aufgaben in Übungsheften oder auf Arbeitsblättern, aber auch Lernspiele, die mit einem Partner zu spielen sind, Lernprogramme am Computer und vielfältige Materialien zum Beispiel zur Entwicklung der Feinmotorik und des räumlichen Denkens.
In Deutsch und Mathematik gibt es darüber hinaus Teilungsstunden. In diesen kommen die Kinder aus einer Klassenstufe zusammen und erarbeiten neue Unterrichtsinhalte oder werten Arbeitsergebnisse aus dem Wochenplan aus.
Im Sachkunde-, Kunst-, Musik- und Sportunterricht arbeiten und lernen die Kinder überwiegend in den jahrgangsgemischten Gruppen.Alle Kinder der dritten Klasse gehen zum Schwimmunterricht und beginnen mit dem Englischunterricht. In diesen Stunden kommen sie wie in den Teilungsstunden mit den Kindern ihres „Zuges“ zusammen: Drei JÜL-Klassen bilden einen Zug.